Archiv der Kategorie: Allgemein

Benefizkonzerte für Lisa und Zora

Born Wild hat mit den Benefizkonzerten für Lisa und Zora über 12.000 € gesammelt. Herzlichen Dank für diesen großartigen Einsatz! 8.000,00 € gingen an uns und damit in die weitere Ausbildung von Zora und der Rest wurde an Schellen Sau eV überwiesen. Schellen Sau eV unterstützt Lisa schon lang und es können Hilfsmittel für Lisa gekauft werden, die die Krankenkasse nicht finanziert aber trotzdem wichtig sind. So ein cooles Zuggerät wie den e-pilot zum Beispiel. Damit können Lisa mit Zora jetzt nicht nur schöne sondern auch wilde Ausflüge machen!

Kathi und Buddy in der Zeitung

taz vom 15.12.2019 von Jan-Luca Künssberg

Leben mit Behinderung: Der blinde Fleck

Menschen mit Assistenzhund haben im Alltag jede Menge Probleme, denn nicht überall dürfen ihre Tiere rein. Nun soll ein Gesetz helfen.

BERLIN Treffen sich ein Blinder, ein Traumatisierter und eine Epileptikerin mit ihren Assistenzhunden zum Einkaufen. Sagt das Supermarktpersonal: Ihr dürft hier nicht rein. Ein fiktives Szenario – aber eines, das genauso eintreten könnte.

Denn bis heute gibt es in Deutschland kein Gesetz, das den Zutritt für Assistenzhunde an Orten regelt, wo Hunde generell nicht zugelassen sind: Lebensmittelläden, Krankenhäuser oder Arztpraxen etwa. Im Alltag entstehen so vielfach Probleme: Das Personal der Einrichtungen ist nicht instruiert, wie mit den Assistenzhunden umzugehen ist, andere Kund*innen oder Patient*innen ekeln oder fürchten sich, manche fühlen sich ungleich behandelt, weil ihre Hunde draußen bleiben müssen. Und das ist nicht das einzige Problem.

„Ich glaube, jeder Assistenzhundehalter ist schon mal irgendwo rausgeflogen“, sagt Hannah Reuter. Die Sprachwissenschaftlerin aus Berlin ist blind, seit ihrem 18. Lebensjahr hat sie einen Assistenzhund. Ohne dessen Begleitung, vor allem am Anfang, als sie ihn bekam, wäre sie heute kaum so selbstständig, glaubt die 36-Jährige. „Gerade nach den Irrungen und Wirrungen der Pubertät war das eine zusätzliche Sicherheit. Ich habe mich mit dem Hund Sachen getraut, die ich mich sonst nicht getraut hätte.“ Etwa für ein Praktikum ein halbes Jahr nach Litauen zu ziehen.

Hannah Reuter wollte eigentlich schon ab 14 Jahren einen Assistenzhund haben – die Krankenkasse zahlte aber erst ab der Volljährigkeit. Immerhin: Blindenführhunde sind eine Kassenleistung. Andere Arten von Assistenzhunden sind dagegen noch nicht gleichgestellt: Ihre Halter*innen müssen sich um Ausbildung und Finanzierung selbst kümmern.

Die Hunde sind teuer

Aber es kommt etwas in Bewegung. Gerade erst lud das Bundesministerium für Arbeit und Soziales Betroffene und Initiativen ein, um Ziele für einen Gesetzentwurf zu formulieren. Dazu zählen neben den Zutrittsrechten auch die Finanzierung und eine Institutionalisierung der Ausbildung. Die kostet bis zu 25.000 Euro. Für Betroffene wie Epileptiker*innen, Traumatisierte oder Mobilitätseingeschränkte bedeutet das: Sie müssen bislang auf Spenden hoffen oder einfach finanziell gut dastehen.

Eine der Teilnehmer*innen des Workshops im Ministerium war Katharina Schmidt aus München. Die Schülerin hat eine posttraumatische Belastungsstörung und wird von ihrem Assistenzhund Buddy begleitet. Seit sie Buddy hat, kann die 15-Jährige wieder entspannter in die Schule gehen, den öffentlichen Nahverkehr nutzen, am Leben teilhaben. Ihre Schule sei da sehr tolerant, Buddy begleite sie meistens, erzählt Katharina H. „Die Klassenkameraden gehen da auch positiv mit um und wollen ihn immer kuscheln.“

Aber auch Katharina Schmidt berichtet von Problemen im Alltag. „Meine Erfahrungen mit Supermärkten sind teilweise gut, teilweise schlecht. Manchmal werde ich rausgeschmissen. Manchmal heißen die mich aber total willkommen und helfen beim Einkauf“, erzählt die Schülerin. „Und dann passiert es, dass Kunden mir erzählen, dass ich auch mit Assistenzhund nicht reindürfe, das ist am schlimmsten.“

Katharina Schmidt berichtet, dass im Workshop des Ministeriums nun eine gesetzlich verankerte, staatliche Prüfstelle für Assistenzhunde als Ziel vereinbart wurde. Geprüfte Qualität schafft Vertrauen und könnte bestenfalls auch die Zugangsprobleme in öffentlichen Einrichtungen beheben. So gibt es bereits eine Sonderfallregelung des EU-Lebensmittelhygienerechts, die das Mitführen ausgebildeter Assistenzhunde erlaubt. Auch Anette Kramme, Staatssekretärin im Sozialministerium, betont: „Um unabhängiger und mobiler leben zu können, muss sich ein Assistenzhundehalter überall dort aufhalten dürfen, wo man in Straßenkleidung auch sein darf.“

Vier Arten von Assistenzhunden

Bislang ist in Paragraf 39 a des österreichischen Bundesbehindertengesetzes der Umgang mit Assistenzhunden definiert: welche Funktionen Assistenzhunde haben können, welche Voraussetzungen sie und ihre Halter*innen erfüllen müssen, um staatliche Fördermittel zu bekommen, oder wie die Qualität in Ausbildung und Prüfungen sicherzustellen ist. Unterschieden werden vier Arten von Assistenzhunden:

Blindenführhunde, die als Navigator dienen, Hindernisse anzeigen oder etwa Sitzplätze suchen können.

Servicehunde, die Menschen mit Mobilitätseinschränkung bei Aufgaben wie dem Abkleiden oder Aufheben von Gegenständen unterstützen.

Signalhunde, die Menschen mit Hörbehinderung, Diabetiker*innen, Epi­lep­tiker*­innen oder Traumatisierten helfen. Etwa wenn diese Krampfanfälle erleiden und stürzen. Ein Notarzt kann dann in einem Informationsetui des Hundes die richtige Behandlung und Medikation erfahren. Signalhunde sind zudem trainiert, gesundheitsgefährdende Situationen frühzeitig zu erkennen – um so Anfälle bestenfalls gar zu verhindern. Und Therapiebegleithunde, die mit ihrer Anwesenheit positiv auf die Betroffenen einwirken und so Teil eines therapeutischen Konzepts sein können.

Auch wichtig: Tierrechte

Bereits im Februar 2017 hatte der Bundesrat auf Initiative Niedersachsens die Gleichstellung aller Assistenzhunde gefordert. Zumal die UN-Behindertenrechtskonvention Hilfen durch Tiere als geeignete Maßnahme erklärte, um Menschen mit Behinderung die Mobilität zu erleichtern. Die Bundesrepublik hat die Konvention bereits 2009 ratifiziert und sich damit zu deren Umsetzung verpflichtet.

Im aktuellen Koalitionsvertrag heißt es: „In allen Bereichen des Lebens sollen Menschen mit Behinderungen selbstverständlich dazugehören – und zwar von Anfang an.“ Daraus ließe sich auch ein Assistenzhundegesetz ableiten. SPD-Sozialexpertin Kerstin Tack teilt diese Einschätzung. Sie weist aber auch darauf hin, dass ein Gesetz nicht explizit im Koalitionsvertrag steht: „Deshalb müssen wir hierüber mit unserem Koalitionspartner verhandeln.“

Im Workshop des Sozialministeriums spielte auch ein anderer Aspekt eine Rolle: die Tierrechte. Schon heute werden in Prüfungen nicht nur der Hund, sondern auch der oder die Halter*in auf ihre Tauglichkeit getestet, berichtet Katharina Schmidt. So eine Prüfung beginnt zu Hause, später geht es in ein Geschäft. Fünf bis sechs Stunden begleiten Prüfer*innen einen Assistenzhund und Assistenznehmer*in in Alltagssituationen. …

… Den ganzen Artikel gibt es hier https://taz.de/Leben-mit-Behinderung/!5637886/

Betty, Kathi und Buddy in Berlin

Workshop zu Eckpunkten für eine Assistenzhundegesetzgebung in Deutschland

Am 24.10.19 sind wir (Kathi mit Assistenzhund Buddy und Betty) nach Berlin gefahren um auf Einladung des Bundesministerium für Arbeit und Soziales am Experten-Workshop rund um das Thema „Rechtliche und praktische Fragen zu Assistenzhunden – Vorarbeit für Eckpunkte zu einer Assistenzhundegesetzgebung in Deutschland“ teilzunehmen.

Nachdem uns Team Assistenzhund Wastl begleitet hat, war die Anreise sehr kurzweilig Am Donnerstagabend haben wir uns noch mit Sabine Häcker und Jasmin Stoiber von Hunde für Handicaps getroffen und natürlich haben wir nicht nur gut gegessen sondern uns auch über unsere Wünsche und Ziele zum Workshop unterhalten. Die fünf Assistenzhunde und Azubis haben sich im vollen Lokal natürlich super benommen und brav unter die Bänke und den Tisch sortiert.

Am Freitag ging es dann an die Arbeit. Gemeinsam mit sehr engagierten Mitarbeitern des BMAS (herzlichen Dank dafür), anderen Vertretern von Assistenzhundevereinen und Organisationen und Hundeschulen haben wir gute und konstruktive Gespräche und Diskussionen geführt

Ziel des Workshops war es, im Rahmen von Arbeitsgruppen gezielt Erfahrungen und Informationen auszutauschen sowie Beiträge zu erarbeiten, die in Eckpunkte zu einem Gesetz über Assistenzhunde in Deutschland einfließen können.

In den Workshops ging es um:

Definition von Assistenzhunden (Grundlagen, Bundes-/Landesgesetzgebung, Funktionen und Einsatzgebiete der Hunde, rechtliche Anerkennung, Assistenzhundeteams / Mensch-Tier-Gespanne, Beratung, Auswahl, Zutrittsrechte und Kennzeichnung der Hunde, Eintrag Schwerbehindertenausweis)

Qualitätsstandards der Ausbildung und Zertifizierung, Zertifizierungsstelle/n (Sicherung verlässlicher, möglichst einheitlicher Qualitätsstandards auf Bundes- und Landesebene für Ausbildung und Zertifizierung, Anforderungen an Ausbilder und Ausbildungsstätten, Aufgaben einer Zertifizierungsstelle)

Finanzierung von Assistenzhunden (bedürftige Halter, staatliche Leistungsträger, Fragen der Anerkennung von Bedarfen, Spenden; Hundepatenschaften, Vereine und gemeinnützige Organisationen, Assistenzhunde im Alter und außer Funktion)

Die 15 anwesenden Assistenzhunde waren sehr entspannt und durften in den Pausen den Innenhof des Ministeriums zum Spielen und Toben nutzen. Das Miteinander war nicht nur bei den Hunden, sondern auch bei den Menschen sehr angenehm und respektvoll.

Es war sehr schön alte Bekannte wieder zu treffen und neue Gleichgesinnte kennen zu lernen.

Messe für Menschen mit körperlichen Einschränkungen

Wir sind am 06.04.2019 von 10:00 Uhr – 16:00 mit Stand und Präsentation des Vereins im ehemaligen Sparkassengebäude (Sparkassenplatz 1, 85560 Ebersberg).

Nachtrag:

Wir waren auf der Messe auch mit mehreren Teams an unserem Stand vertreten und beantworteten während der Messe ausführlich alle Fragen. Unsere Hundetrainerin hat einen ausführlichen Vortrag über die Arbeit und das Leben unserer Assistenzhunde gehalten. Was sie leisten können und wann es möglich ist, die Unterstützung eines Assistenzhunde zu bekommen.

Spenden Ende 2018☺

Danke PIXEL Group

In der Weihnachtszeit 2018 sammelte die PIXEL Group mit ihren Töchtern PIXEL, Mixed Mode und NETexpress bei ihrer internen Weihnachtsfeier für unser Team Peter und Benno.
Herzlichen Dank an alle Mitarbeiter der PIXEL Group.

Danke Frau Rosado

Familie Rosado hat uns auf Gut Eicherloh, ihren Reitstall, zur Weihnachtsvorführung eingeladen. Wie jedes Jahr verdoppelt Frau Rosado die eingehenden Spenden. Diesmal waren wir und unsere Hunde die glücklichen Empfänger.

Danke Frau Haubensak

Auch dieses Jahr zur Weihnachtszeit hat Frau Christine Haubensak von der Trainingsschmiede, einem bekannten Beratungsunternehmen, wieder für Deborah gespendet.

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„Stellungnahme“ zum Verleumderischen Artikel vom Münchner Merkur


Liebe Freunde und Unterstützer des Vereins, am 9. August, kurz nach dem Erscheinen des irreführenden Artikels im Münchner Merkur, erreichte mich folgende E-Mail einer mitfühlenden Leserin, Frau Dr. S.:

Ein Bericht aus dem Münchner Merkur von heute erzürnt mich so, dass ich Ihnen schreiben muss. Ich bin erschüttert über die Herzlosigkeit der Hundetrainerin, die dem todkranken Jungen seinen letzten Wunsch nicht erfüllt hat, einen der Assistenzhunde bei sich zu haben. Sie sorgte sich um das Tierwohl?!?

Das sollte sie auch tun und ich tue das gleiche bei allen Tieren die unter der Obhut dieser Trainerin stehen!!!! Lieblose und unmenschliche Trainer können gar nicht beurteilen was für ein Tier am besten ist und sollten in keiner Weise unterstützt werden. Der Junge war zu schwach für den Hund? Nein. Diese Trainerin ist zu charakterschwach um Tiere zu führen und um Menschen zu dienen. Ich würde Ihnen empfehlen, sich von ihr zu trennen.

Gruss

Dr. S

Ich habe sie in meiner Antwort darauf aufmerksam gemacht, dass Zeitungen nicht immer mit aller Kraft an der Wahrheit hängen und ihr den Verlauf der Dinge kurz und sachlich dargestellt. Hier meine Antwort:

Sehr geehrte Frau Dr. S

Frau L. kam auf unsere Hundetrainerin zu als Jan gerade eine Krebsbehandlung abgeschlossen hatte und die Prognose laut seiner Mutter gut war. Maja war zu diesem Zeitpunkt bereits seit eineinhalb Jahren in Ausbildung. Da die Prognose gut war, haben Mutter und Trainerin sofort mit der Teamausbildung von Jan und Maja begonnen. Alles auf Risiko der Hundetrainerin, da Frau L. nicht in der Lage war den Hund zu finanzieren. Hier kommt der Verein ins Spiel. Der Verein hilft Bedürftigen beim Spendensammeln durch Rat und Tat und auch durch unsere Internetseiten. Die Spenden nehmen wir zweckgebunden ein, damit die Spender die Sicherheit haben, dass ihr Geld nicht für andere Dinge verwendet werden kann. Frau L. hat daraufhin in ihrem Bekannten- und Freundeskreis Spenden eingeworben. Da Jan jedoch entgegen der Prognose nicht geheilt war, sondern recht bald nach Trainingsbeginn wieder in die Chemo- und Strahlentherapie musste, konnte auch nicht mehr trainiert werden. Deshalb ist auch noch das gesamte Spendengeld beim Verein!

Hierzu muss man wissen, dass es nicht einfach ist einen Assistenzhund zu trainieren oder zu

bekommen. Man muss den Hund führen und belohnen können. Jan war dazu während und auch nach der Therapie nicht in der Lage.

Ein Assistenzhund hat in so einem Fall keinen Sinn. Das ist ein aktiver Hund, der tätig sein will. Neben einem apathischen oder schlafenden Menschen, der therapiebedingt kaum zur Interaktion fähig ist, wird so ein Hund unzufrieden und hippelig. Hier wäre vielleicht ein Therapiehund möglich gewesen. Der Verein hat angeboten sich darum zu kümmern, was aber nicht gewünscht wurde.

Nachdem hier offensichtlich ein Interessenkonflikt zwischen der Mutter und dem Hund bestand, habe ich einen Gesprächstermin Anfang Januar angeregt, bei dem Frau L., ihr Lebensgefährte, eine Palliativbetreuerin, der Vereinsvorstand und die Hundetrainer teilgenommen haben. Nach dreistündiger Diskussion hatten wir uns alle gemeinsam darauf geeinigt, dass es nicht sinnvoll ist Maja dauerhaft zu Jan zu geben, da er sowieso nichts davon hat, weil er nur ein paar Stunden am Tag überhaupt wach ist. Wir haben auch vereinbart, dass in diesen wachen Stunden eine Hundetrainerin mit Maja auf Wunsch zu Besuch kommt. Das wollte Frau L. jedoch nicht und auch sonst kein Verwandter. Man muss bedenken, dass Jan vier Wochen nach diesem Treffen verstorben ist.

Nach meiner Kenntnis von Krebstherapie kommt Appetitlosigkeit in diesem Rahmen durchaus vor. Es kann also nicht am „Hundeentzug“ gelegen haben, sonst hätte Jans Familie den Hund ja angefordert.

Nachdem der arme Bub verstorben war (8. Februar) hat die Familie dem Verein nicht Bescheid gegeben. Ich habe davon erst Ende Februar erfahren. Auch hat Frau L. nicht verlangt die Spendenseite von Jan aus dem Internet zu nehmen. Das habe ich getan, nachdem ich den Sachverhalt kannte, weil das eine Täuschung eventueller Spender wäre. Ein Assistenzhund wird zwei Jahre lang ausgebildet bis er das leisen kann, was einem Menschen Hoffnung und Erleichterung bringt. Danach muss er ständig weiter trainiert werden. Das kostet viel Geld. Das Geld dient der Ernährung, der medizinischen Versorgung und der Erziehung des Hundes und nicht der Bereicherung. Wenn Maja als Assistenzhund von vielen, vielen Spendern in Höhe von 25000 Euro ausgebildet worden wäre, nur um dann bei Frau L. als Familienhund das Stöckchen zu holen, wären die Spender zurecht sauer.

Der Verein muss, das ist bei uns Gesetz, zweckgebundene Spenden auf Wunsch des Spenders zurückgeben oder auch auf Wunsch des Spenders einem anderen Zweck zuführen. Und genau das ist der Grund warum ich als Vorstand die Spenden nicht einfach pauschal zurückschicken kann. Es könnte nämlich einen Spender geben, der seine Spende nicht zurück haben will, sondern die Spende umwidmet. Da ich als Vorstand dem Verein nicht schaden darf, muss ich die Spenden behalten bis sich die Spender geäußert haben oder bis sich die Mitgliederversammlung entschließt auf die Spenden pauschal zu verzichten. Leider sind viele Juristen in diesen Einzelheiten des Vereinsrechts eher dürftig informiert.

Man darf die Spenden übrigens auch nicht für andere Zwecke einsetzen! Die Vereinsmitglieder, die laut dem Artikel wegen der Spendenpraxis ausgetreten sind, sind komischerweise genau dann ausgetreten, als ich das den Mitgliedern erklärt habe. Falls Sie das jetzt alles gelesen haben, wird Ihnen klar sein, dass wir keine Gegendarstellung veröffentlichen werden. Die meisten Menschen würden so eine Darstellung nämlich nicht lesen, weil sie lang und langweilig ist und auch traurig. Da liest man doch lieber einen reißerischen Artikel mit bösen Verbrechern und armen Opfern. Und genau deshalb wurde der Artikel auch so geschrieben!

Die schlichte Wahrheit verkauft sich einfach nicht.

Übrigens, das ist nur eine kurze Fassung der Geschichte, die sicher noch Fragen offen lässt. Aber stellen Sie sich selbst die Frage, ob Menschen sich wirklich zusammenfinden, eine Menge unbezahlter, ehrenamtlicher Arbeit leisten, nur um dann den eigentlichen Zweck ihres Engagements mit Füßen zu treten und einen armen Jungen zu quälen.

mit freundlichen Grüßen

Dr. Martin Heilingbrunner

1. Vorstand

Assistenz- und Servicehunde in Bayern e. V.

Frau Dr. S. hat meine langen Ausführungen tatsächlich ganz gelesen und mir daraufhin Folgendes geantwortet:

Sehr geehrter Herr Heilingbrunner,

danke, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, mir diesen Brief zu schreiben.

Natürlich bleiben Fragen und der Gedanke, ob man nicht anders hätte mit der Situation umgehen können, doch letztlich kann es ein Außenstehender nicht beurteilen. Dennoch haben Sie recht mit dem was Sie als Fazit schreiben – es würde wohl keinen Sinn machen, das Ziel der eigenen Arbeit so mit Füßen zu treten.

Und genau das – und Ihr Engagement mir zu schreiben, zeigt mir, dass Sie Werte haben, denen Sie folgen und die nichts mit finanziellen Interessen oder sonstigen oberflächlichen Motiven zu tun haben, die mit Ihrer Arbeit verbunden sind.

Ich finde es wichtig, dass nicht nur mein Bild der Angelegenheit richtig gestellt wird, sondern dass auch andere Menschen Gelegenheit bekommen, das Ganze besser zu verstehen. Sie haben das Recht, eine Gegendarstellung zu veröffentlichen – und die Zeitung hat die Pflicht (!), diese zu drucken. Veröffentlichen Sie doch Ihren Brief an mich. Genau so, wie Sie ihn mir geschrieben haben. Gerne können Sie auch meinen Namen mit nennen, wenn Sie möchten. Wenn Sie Ihre Argumente nicht darstellen, wird die Öffentlichkeit sie nicht erfahren und das fände ich schlimm.

Ich glaube, dass es viele Menschen gibt, die den Wunsch haben, das ganze Bild zu sehen. Und vor allem zu erfahren, dass es Ihnen nicht egal ist wie man über den Verein denkt, ich halte das für sehr wichtig, beziehungsweise für das Allerwichtigste in diesem Zusammenhang!!!

Übrigens: ich war vor 20 Jahren auch einmal Journalistin – und ja, ich kann bestätigen, dass es einseitige Berichterstattung gibt. Aber ich kann auch bestätigen, dass es Journalisten gibt, die sich bemühen, immer beide Seiten zu Wort kommen zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Barbara S.

Ich hoffe, dieser Briefwechsel hilft auch anderen Lesern dieser Zeitung endlich gut informiert zu werden.

Liebe Freunde und Unterstützer des Vereins,

viele Leser des Artikels im Münchner Merkur haben sich über diesen Satz am Ende des Artikels besonders geärgert, bzw. eine sehr schlechte Meinung über unsere Hundetrainerin gewonnen: „Aktuell wirbt der Verein erneut um Spenden für Majas Ausbildung. Sie soll nun Assistenzhund für einen Rollstuhlfahrer werden. Wieder soll ihre Ausbildung 25.000 Euro

kosten.“

Leider ist der letzte Satz besonders irreführend formuliert. Er legt nahe, dass die Trainerin bereits durch die Ausbildung von Jan 25000 Euro erhalten hätte und jetzt ein weiteres Mal die gleiche Summe haben will. Das ist natürlich vollkommen unsinnig und falsch.

Die Trainerin hat für den Assistenzhund Maja (die Hündin) keinen Cent in Rechnung gestellt. Er wurde von ihr auf eigene Kosten eineinhalb Jahre lang ausgebildet. Jan sollte den Hund nach der Einarbeitungsphase und der Assistenzhundeprüfung erhalten. Erst dann wären die Kosten für den Hund aus Spenden gezahlt worden.

Die Hundetrainerin hat bei Jan nur die Kosten für das aktuelle Training in Rechnung gestellt. Den Hund hat sie kostenlos zur Verfügung gestellt!

Ich hoffe dieser Beitrag hat Ihnen geholfen, die Wahrheit hinter dem Gestrüpp dieses Artikel zu erahnen.

Liebe Freunde und Unterstützer des Vereins,

in den letzten Tagen ist in verschiedenen Zeitungen des Münchner Merkur ein Artikel über den Verein und unser leider verstorbenes Mitglied Jan erschienen. Viele Leser fanden den Artikel reißerisch und die vermittelten Inhalte unglaubwürdig. Um Ihnen die eigene Einschätzung der Sachlage zu ermöglichen werden wir ein paar Klarstellungen hierzu veröffentlichen. Heute zunächst einmal die Fragen der Schreiberin des Artikels an den Verein und meine Antworten darauf. Diese Antworten hat sie vor der Vollendung des Artikels erhalten. Die Fragen sind nummeriert und fett gedruckt, darauf folgt eine kurze Antwort und eine Erläuterung dieser Antwort.

Hier nun meine E-Mail an die Schreiberin:

——————————– Beginn der E-Mail v. 02.08.2018 ——–

Sehr geehrte Frau Borst,

zu Ihren Fragen:

1. Wer hat die Entscheidung getroffen, dass der Hund Jan nicht übergeben wird? Frau Stadler oder der Verein?

Antwort: Weder noch.

Erklärung:

Am 02. 01.2018 haben sich unsere Hundetrainerinnen, zwei Mitglieder des Vorstands, unser Mitglied Renate L., ihr Lebensgefährte und die Palliativbetreuerin von Jan L. getroffen, um das weitere Vorgehen in Bezug auf den Assistenzhund Maja zu besprechen. Wir konnten nach einer ca. dreistündigen Diskussion einen Konsens erzielen, dem alle sieben Teilnehmer zugestimmt haben. Unser Übereinstimmen bezog sich auf folgende Aussagen:

1. Jan kann aufgrund seiner Krankheit keinen Assistenzhund führen, auch deshalb, weil er wegen seiner Medikation nur wenige Stunden am Tag wach ist.

2. Ein Therapiehund, der prinzipiell in seinem Fall geeigneter wäre, kommt nicht in Frage, weil er ihm fremd wäre.

3. Maja ständig bei Jan zu belassen, würde dem Hund schaden, da Hunde auf extrem belastende Situationen oft mit Krankheit reagieren.

4. Maja als Therapiehund oder Familienhund einzusetzen ist angesichts ihrer hervorragenden Eignung und Ausbildung als Assistenzhund nicht möglich, da Therapie- und Familienhunde gänzlich andere Anforderungen erfüllen müssen.

5. Maja kann stattdessen zeitweise in Begleitung eines Hundetrainers Jan in seinen wachen Phasen besuchen.

6. Sobald sich der Gesundheitszustand von Jan wieder bessert, wird die Teamausbildung von Jan und Maja erneut begonnen.

2. Wann wussten Sie davon, dass der Hund nicht zu Jan kommt. Wann wurde es der Familie

mitgeteilt. Antwort:

Ich wusste, dass Maja und Jan kein Team bleiben werden, als ich Ende Februar 2018 (ca. 27.2) von Jans Tod erfahren habe. Die Familie wusste das vermutlich bereits früher, hier kann ich jedoch nur spekulieren.

Erklärung:

Jan ist am 07.02.2018 verstorben, was wir anderen Vereinsmitglieder allerdings erst später erfahren haben. Der Vorstand hat in Absprache mit unserer ersten Hundetrainerin am 09.02.2018 eine außerordentliche Mitgliederversammlung abgehalten. Diese diente dazu die Mitglieder über Jans Situation zu informieren und die Reaktion des Vereins darauf zu erläutern und ggf. hierzu Beschlüsse zu fassen. Eine enge Freundin von Frau L. nahm, nach Zustimmung der Mitglieder, an der Versammlung teil, um sich über den Verein und den Umgang mit den Spenden für Jan zu informieren. Leider hat sie uns den Tod von Jan verschwiegen, sonst hätten wir die vollständige Rückzahlung der Spenden ohne Befragung der Spender gleich beschließen können. Wie ich Ihnen telefonisch erläutert habe, ist das dem Vorstand ohne Mitgliederbeschluss nicht möglich.

3. Wie lange hat der Verein noch Spenden gesammelt?

Antwort:

Der Verein hat für Jan keine Spenden gesammelt. Der Verein hat Frau L. beim Spendensammeln unterstützt.

Erklärung:

Die Mitglieder des Vereins, die zur Ausbildung ihrer Hunde Spenden benötigen, betreiben selbst, mit Unterstützung des Vereins und ihres Umfeldes Spendenwerbung. Der Verein betreibt einen Internetauftritt und stellt den Mitgliedern die Möglichkeit der Spendenwerbung im Rahmen einer persönlichen Internetseite zur Verfügung. Die Inhalte dieser Seiten werden mit Unterstützung des Vereins von den Spendensammlern selbst erstellt und gepflegt. Über andere Möglichkeiten Spenden zur erhalten, informieren erfahrenere Mitglieder die Neuen.

Wir haben bereits sehr früh in der Vereinsgeschichte festgestellt, dass Spender genau wissen wollen „wo ihre Spende landet“. Wir haben deshalb auf das Instrument der zweckgebundenen Spende gesetzt. Die Zweckgebundenheit stellt die rechtliche Bindung einer Spende an einen Zweck her. Falls der Spendenzweck erlischt, muss der Spender erneut befragt werden, ob er die Spende rückerstattet bekommen will oder ob er den Spendenzweck ändern will. Das ist für den Spender, wie auch für den Spendensammler gleichermaßen von Vorteil. Einerseits hat der Spender die größtmögliche Sicherheit bezüglich der Verwendung seiner Spende, andererseits wird der Spendensammler für seine Mühe belohnt. Jans Internetseite habe ich auf unsichtbar gestellt, sobald mir sein Tod bekannt wurde.

4. Der Richter Jürgen Hanreich sagte mir, er habe Sie am 25. Januar angerufen. Sie hätten gesagt, Frau L. bräuchte nur anzurufen, man würde den Hund gegebenenfalls täglich zu Jan bringen. Das geschah aber nicht. Warum? Hat Frau L. nicht mehr angerufen?

Antwort:

Ihre Vermutung ist richtig: Frau L. hat nicht mehr angerufen und wollte auch keine Besuche des Hundes.

Begründung:

Da ich mich an den von Ihnen erwähnten Anruf nicht erinnern kann, habe ich bei unserer Hundetrainerin diesbezüglich nachgefragt. In der Tat ist es so, dass Herr Hanreich am 25. Januar bei Frau Stadler angerufen hat, um zu erfahren, warum der Hund nicht bei Familie L. erscheint. Frau Stadler hat daraufhin sofort bei Renate L. angerufen, um sie nach ihren und Jans Besuchswünschen zu befragen. Frau L. erklärte daraufhin, dass der gesundheitliche Zustand und die Medikation von Jan einen Besuch des Hundes nicht wünschenswert machen. Außerdem wolle sie ihren Sohn nicht mehr durch die Anwesenheit des Hundes aufregen. Familie L. und auch Jans Betreuer haben nach dem Gespräch am 02. Januar nicht angerufen und keinen Besuchswunsch geäußert.

Ich kann mich allerdings an einen früheren Anruf von Herrn Hanreich erinnern kann, in welchem er Interesse an der Vereinsarbeit geäußert hatte, Ich habe ihn zu einem Gruppentraining eingeladen zu dem er auch erschienen ist. Das war aber bereits im November oder Dezember 2017. Jan war allerdings nicht bei diesem Training anwesend und auch sonst nur ein einziges Mal, weil dies sein Gesundheitszustand nicht erlaubte.

Anmerkung meinerseits

Ich habe gerade mit Renate telefoniert und erfahren, dass Sie diesen Artikel wohl auf Veranlassung eines älteren Kollegen, der auch Jans Schulbetreuer war, schreiben. Vielleicht will dieser Kollege seine Sicht der Dinge über Sie in die Öffentlichkeit bringen. Seine Sicht der Dinge kann er nur und ausschließlich von Renate haben, die vom Schicksal schwer geprüft ist, was möglicherweise ihre Objektivität beeinträchtigt. Aus dem Kontakt mit mir und den anderen Vereinsmitgliedern wissen Sie, dass wir keine bösen Menschen sind, die einen „armen kranken Jungen um seinen Hund bringen und ihn dadurch in den Tod treiben“.

Wir arbeiten im Verein ehrenamtlich und ohne Bezahlung. Durch die Zweckgebundenheit der Spenden müssen wir alle Spenden, die für Jan eingegangen sind auf Wunsch zurückzahlen. Von den ca. 10000 Euro, die eingegangen sind habe ich bereits über 4000 Euro zurückerstattet. Die anderen Spender haben sich trotz mehrfacher Aufrufe meinerseits nicht gemeldet, und somit auch nicht über die weitere Verwendung verfügt. Da der Verein mit dem Geld nichts anderes anfangen kann und darf, werde ich bei der nächsten Mitgliederversammlung die bedingungslose Rückzahlung des restlichen Geldes beantragen. Jan war unser Vereinsmitglied, deshalb galt ihm unsere Solidarität im Leben und unsere Trauer nach seinem Tod. Er hatte bereits vor seinem Beitritt Krebs, allerdings mit guter Prognose, weshalb wir mit ihm und seiner Familie einen Assistenzhund für ihn ausbilden wollten. Jan ist am Krebs gestorben, das ist tragisch genug. Er ist nicht am fehlenden Hund gestorben. Bei seinem letzten Treffen mit Maja konnte er kaum mehr mit ihr interagieren. Wir sind ein kleiner Verein mit knapp über 30 Mitgliedern und bemühen uns redlich das oft schwere Schicksal von Behinderten und chronisch Kranken zu erleichtern. Das haben wir auch bei Jan versucht und haben seine Familie immer mit einbezogen. Ich denke, dass die Wahrheit in diesem Fall nicht in einen kurzen Artikel passt und ein kurzer reißerischer Abklatsch würde nicht in mein Bild vom Münchner Merkur passen und auch nicht in mein Bild von verantwortlichem Journalismus. So etwas ist bei dem berühmten Vierbuchstabenblättchen besser aufgehoben.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Martin Heilingbrunner

1. Vorstand

Assistenz- und Servicehunde in Bayern e. V.

——————————– ENDE der E-Mail ——–